Als «Hudi» bezeichnen die Schwyzer eine alte, redselige und nicht unbedingt sympathische Weibsperson, kurzum ein «Rätschwiib»! Nur ist das heute als Fasnachtsgestalt buntgekleidete Hudi kaum identisch mit den «alten Weibern» von anno dazumal - mindestens vom äusseren Erscheinungsbild her nicht. In der Rott gilt es als kontaktfreudiger und redsamer Maskerad, der oft auch halbwild tänzelnd und springend in Bewegung ist. Das Hudi trägt einen farbenfroh leuchtenden Reifrock, wobei der Phantasie bei der Wahl der Farben und Blumenmuster grosser Spielraum gegeben ist. Eigentlich ist es eher ein vom Hals bis unter die Knie reichendes Kleid, das sich ab der Hüfte glockenartig weitet: die einstige Rokokotracht (Krinoline) mit einem leichten, freihängenden Untergestell. Nacken- und Halspartie deckt ein weisses Kopftuch, die Schultern ebenfalls ein weisses Tuch, jedoch mit Stickereien und Spitzen. Weiss sind auch die Stulpen am Unterschenkel. Die Kopfbedeckung ist ein Strohhut im Biedermeierstil in den Farben des Kleiderstoffes, jedoch charakteristisch erhöht durch ein «Güpfi» (halbkugelförmige Erhöhung) und einen breiten Rand, dazu verziert mit Strohblumen, Bändern und Federn. Die im Grundton gelbe Larve ist mit zahlreichen Erhöhungen und Vertiefungen äusserst markant gestaltet: hervortretende Augen und Wangenstelle und spitze Nase, vorstehendes Kinn mit Warzen, zwei breite weisse Zähne zwischen roten Lippen. Typisch für das Hudi sind aber auch der farbige Damenschirm, den es bei jeder Witterung aufgespannt in der Hand trägt. Am Arm hat es einen Henkelkorb umgehängt, worin rund fünf Kilogramm Orangen Platz haben, dies im Gegensatz zu allen andern Originalmasken, die ihre Orangen in einem weissen Stoffsack verstauen. Überraschen mag vor allem Auswärtige, dass oft zwischen beiden Larvenzähnen eine brennende Brissago steckt - ein altes Weib, das raucht!