Ebenfalls italienischen Ursprungs ist der Bajazzo oder «Bajass», der Spassmacher mit dem typischen sackförmigen Kleid und dem Spitzhut. Es gab ihn früher auch in Schwyz, er ist heute aber Hauptfigur in der Muotathaler Fasnachtsrott. Eine Nachahmung der Figur ist im «Bajazzo-Buob» zu finden, der u. a. eine dem Eulenspiegel ähnliche, halbmondförmige Kopfbedeckung trägt. Der Bajazzo-Buob ist in der Schwyzer Rott nur noch vereinzelt vertreten. Er wurde vom «Bajazzomäitli», das vermutlich gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Ergänzung zum männlichen Spassmacher geschaffen worden war, abgelöst. An Fakten und Daten ist über diese quirlige Figur mit welschen Elementen jedoch nichts fassbar.

Das Bajazzomäitli trägt gelbe Strumpfhosen und schwarze Damenschuhe oder halbhohe Halbschuhe. Das Samtkleid besteht aus einem schwarzen Oberteil und einem Rock mit zahlreichen schwarzen und gelben, sich überlappenden kleinen Zipflein, deren Ende mit Glöcklein bestückt sind. Während eine weisse Krauselräusche als Halsschmuck dient, hängen auch Glöcklein am gelben Räuschenband beim Handgelenk und an den verlängerten spitzen Dreizipfeln über der Schulterpartie. Insgesamt sind es rund 400 kleine Glocken. Auch der schwarze Napoleonshut ist mit Glöcklein und gelben Kordeln verziert, während gewellte Rosshaare den Haaransatz andeuten. Das Bajazzomäitli trägt eine «Zwiefaltermaske», d. h. eine Larve mit dunkelgelber Grundfarbe, mädchenhaften Gesichtszügen und einer schwarzen Fläche in der Form eines Schmetterlings über Nase, Wangen, Augen und Stirn. In der Hand rotiert es die kleine Holz-Rätsche, in der Umgangssprache auch «Trüller» genannt.