Die älteste Fasnachtsfigur von Schwyz ist der «Alte Herr»; er ist erstmals, wie bereits kurz erwähnt, 1829 als der «alte Mann» in einem Fasnachtsaufzug und Fasnachtsspiel in Schwyz nachgewiesen. Ferner trat er 1865 im Japanesenspiel «Zürcher und Urner Fasnachtsfahrt nach Schwyz, anno 1486» auf. Das Kostüm wurde in den Jahren 1881/82 von Eduard Spillmann unter dem Namen «alte Herren» auch über Zeitungsinserate vermietet. Die Schwyzer sehen im Alten Herrn einen (ausgedienten) Aristokraten, der sich in der Rott - im Gegensatz zum Blätz - gemächlich hinkend bewegt, jedoch in aufrechtem Gang und mit hohlem Kreuz auf den knorrigen Naturholzstock abstützt. Seinem Jahrgang und seiner vornehmen Herkunft gemäss spricht er bedächtig und kehrt gerne die Weisheit des Alters hervor. Seine Gemächlichkeit verschwindet, wenn er den Stock unter den Arm klemmt und zu nüsslen beginnt. Bei ihm sind übrigens die Fuss- und Beinbewegungen besonders gut sichtbar. Möglicherweise lernten die in fremden Kriegsdiensten stehenden Schwyzer die noble Bekleidung in Frankreich kennen und bildeten sie, wenn auch in veränderter Form, nach: Weisse Strümpfe und Kniehosen in feinem Samt, schwarze Schuhe mit halbhohen Schäften, buntes Gilet mit weissem «Schabot» (Brustrüsche), farbiger Junkerrock mit übergrossen Brokat-Zierknöpfen, weisse Rokoko-Perücke. Mit vorgetäuschtem «Mozartzopf» und federnverzierter Dreispitz. Die im Grundton bräunlich-gelbe Larve hat einen eher strengen Ausdruck: ausgeprägte Mund- und Augenpartien, spitze Nase, markanter Schnauzbart und Altersfalten.